Umbau und Sanierung der Zentralen Universitätsbibliothek HD, 1.BA, Umsetzung 2009-2014

 
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An zentraler Stelle ist in einer 6-jährigern Planungs - und Umbauphase aus dem alten Unibibliotheksgebäude und Teilflächen des im Norden anschließenden Triplex - Gebäudes einer der größten zusammenhängenden Gebäudeorganismen in der Heidelberger Altstadt entstanden.

Der Kontrast zwischen den beiden Gebäude könnte kaum größer sein: Auf der einen Seite Späthistorismus von 1906, auf der anderen Seite ein Bau aus den 1970er Jahren in Sichtbeton mit minimaler Ornamentik.

Ein gemeinsames „Logbuch“ für beide Gebäude wurde geschaffen, um die divergierenden Gebäudecharaktere mit einem gemeinsamen Vokabular zu einer Einheit werden zu lassen.
Die 110 jährige Entstehungsgeschichte am Ort und die 120m lange Ausdehnung haben dazu geführt, dass die Unibibliothek ein Rahmenwerk und verschiedene Infrastrukturmaßnahmen benötigt.

Ein stattliches neues Treppenhaus an der Nahtstelle zwischen den Magazingeschossen des Altbaus und dem Triplex verbindet neuerdings alle unterschiedlichen Ebenen in einer übersichtlichen Weise und wird so zu einer Art Wirbelsäule der Bibliothek.

Alle bisherigen Mauerwerkwandscheiben, die Querbezüge von Ost nach West verhindert haben, wurden entfernt und durch Glaswände ersetzt. Die ehemaligen Büros in diesem Bereich wurden zu Gunsten offener Arbeitsplätze aufgelöst, damit am Morgen das Licht vom Osten und am Abend von Westen in den Zentralbereich strömen kann.

Ein eigenes, modular aufgebautes Tischsystem wurde für alle Arbeitsplätze im Haus entwickelt. Bauelemente gleicher Prägung und Ausbildung kommen im Altbau, wie im Neubau zum Einsatz. Die formal identische Ausbildung aller Treppenhäuser schafft einen erkennbaren Zusammenhang. Ein Wegeleitsystem unterstützt die täglich 6.500 Besucher dabei den Überblick im Gebäude zu behalten.

Wie im Altbau der Späthistorismus das formale Bild prägt, bleibt die Stahlbetonkonstruktion im Triplex als Struktur sichtbar erhalten.
Insgesamt sind die architektonischen Mittel des Umbaus bewusst zurückhaltend gewählt worden. Sie fördern die beiden Bestandsgebäude und bemühen bewusst keine Neuinterpretation. Bis zu einer erneuten Anpassung der Bauten an den Bibliotheksalltag in vielleicht 30, 40 Jahren, wurde versucht die Fähigkeiten der beiden Gebäude zusammenzubringen und eine neue Realität mit sinnlichen Qualitäten zu synthetisieren.

Fotos: Stephan Baumann