Kindertagesstätte in der ehemaligen Güterhalle, HD, Arge Halle 02 ap88 Bellm / Löffel / Lubs / Trager zusammen mit AAg Loebner Schäfer Weber

 
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Die Bahnstadt

Die Heidelberger Bahnstadt ist ein im Bau befindlicher neuer Stadtteil für 12.000 Menschen auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs. Nach Ihrer Fertigstellung wird die Bahnstadt Heidelberg die größte Passivhaussiedlung der Welt sein. Auf einer Gesamtfläche von 116 Hektar entstehen hier 2.500 Wohnungen und 7.000 Arbeitsplätze.

 

Die Alten Güterhallen

Als eines der wenigen historischen Relikte vor Ort erinnern die Alten Güterhallen an die ehemalige Nutzung des Güterbahnhof-Areals. In dem 350 Meter langen Gebäude fand bis zur Stilllegung 1987 der Umschlag der Güter von der Schiene auf die Straße, sowie die Zollabfertigung statt.

2002 wurden Teile der Alten Güterhallen auf Initiative einiger junger Künstler zum Kultur- und Veranstaltungshaus halle02 umgenutzt. Die Grundidee war, einen Ort zu schaffen, an dem zeitgenössische Kunst einem jungen Publikum, im Rahmen jugendkultureller Veranstaltungen präsentiert werden kann.

2012 kaufte die Stadt die Gebäude und sanierte den von der halle02 genutzten Teil, der 2015 als eine der interessantesten Kutureinrichtungen der Region wiedereröffnet wurde. Architekten des Umbaus war auch hier die Arge Halle 02 ap88 / AAg.

 

Die Kita in der Alten Güterhalle

Zur gleichen Zeit entstand die Idee, in dem verbliebenen, leer stehenden Drittel eine 4-gruppige Kindertagesstätte provisorisch einzurichten. Ursprünglich als Containerlösung angedacht, schlug die Arge ap88 & AAg vor, die Kita als Holzkonstruktion in die Alte Güterhalle hinein zu stellen.

 

Konzept „Haus im Haus“

Der Kindergarten ist als Holzkonstruktion in die bestehende Güterhalle eingestellt. Daraus ergeben sich sowohl beheizbare Warmzonen, die das benötigte Raumprogramm aufnehmen, als auch unbeheizte Innenräume, welche als Indoor-Spielflächen und als klimatische Pufferzone funktionieren.

 

Holzbau

Die Holzkonstruktion besteht aus Brettsperrholzelementen. Durch den hohen Vorfertigungsgrad ganzer Bauteile wie Wände, Decken und Dächer, ließ sich die "Haus in Haus“- Kita in sehr kurzer Zeit realisieren.

 

Alt und Neu

Um dem Charakter der Güterhalle gerecht zu werden, wurden ausgewählte, erhaltenswerte Teile, welche von der ehemaligen Nutzung des Ortes erzählen, erhalten und in die Gestaltung integriert. Jene Teile wurden als bewusst inszenierte Akzente innerhalb eines narrativen Raumes erlebbar gemacht. Auf diese Weise wird das Gebäude für seine neuen kleinen Nutzer zu einem charmanten Geschichtenerzähler.

 

Fotos:

Thilo Ross (4 und 8)

Nicolas Meiringer (1, 2, 3, 5, 6, 7)